Cem Karaca und „Die Kanaken“ – eine Hommage

Cem Karaca wurde nach dem Militärputsch in der Türkei ausgebürgert und lebte von 1979 – 1987 in Deutschland im Exil. Dort hatte er das Album "Die Kanaken" mit einigen Freunden aufgenommen. Sie waren die erste populäre türkische Musikgruppe, die ein Album bei einer regulären deutschen Plattenfirma, "Die Pläne" in Dortmund auf den Markt brachten. Karaca portraitiert die Gefühle der sogenannten GastarbeiterInnen aus der Perspektive der Marginalisierten. Dabei spricht er vielen Menschen aus der Seele, aber adressiert die Botschaft auch direkt an die deutsche Mehrheitsgesellschaft. Das Kölner Label Türküola auf dem Karaca vorher veröffentlichte, leistete wichtige Pioniersarbeit. Das die Pläne Album von Karaca und Co. Wird heute allerdings als erster kleiner „Türöffner“ zum deutschen Musikmarkt gelesen. Dieses Album könnte tatsächlich als aktuell produzierter Beitrag zur Einwanderungsdebatte entstanden sein. Als Abrechnung an alle Ideenlosen, Rückwärtsgewandten und nationalorientierten die Einwanderinnen und Einwanderer seit jeher als „Fremde“ betrachten und auch Hass und Gewalt gegen diese schüren.