Weibliche Täterschaft im Nationalsozialismus. Die Aufseherinnen des KZ-Außenlagers HASAG in Leipzig.

Erst spät begann die historische Forschung das Thema Täterschaft im Nationalsozialismus zu behandeln, und dann kamen zunächst die männlichen Täter in den Blick. Erst 2004 widmete sich eine Ausstellung explizit weiblicher Täterschaft im Konzentrationslager. Die Ausstellung heißt "Im Gefolge der SS" und beleuchtet in der Gedenkstätte Ravensbrück die Rolle der Aufseherinnen. Auch in Leipzig befand sich ein KZ-Außenlager, in dem weibliche Häftlinge Zwangsarbeit für den Rüstungsbetrieb HASAG leisten mussten. Die Gedenkstätte Zwangsarbeit bemüht sich um eine Aufarbeitung der Geschichte und forscht auch zur Rolle der Aufseherinnen vor Ort in Leipzig. Mitglied der Forschungsgruppe ist Anja Kruse. Sie spricht zunächst über die Geschichte der HASAG und das dazugehörige NS-Lagersystem.